Ein dunkler Tag für die Stadt Koblenz
Unser gemeinnütziger Kulturverein setzt sich seit über fünf Jahren mit erschreckender Beharrlichkeit für Subkultur, Vielfalt und ein bisschen kontrollierten kulturellen Kontrollverlust in Koblenz ein.
Nun wurden wir vom Finanzamt geprüft.
Wir haben wirklich alles versucht. Wir haben unsere letzten Kräfte mobilisiert, unser letztes Hemd gegeben, uns mit Behörden angelegt, Rechtsmittel eingelegt, sehr, sehr viele Gespräche geführt und sogar beim Kulturamt um Hilfe gebeten.
Bei der Stadt Koblenz haben wir uns selbstverständlich auch für unsere letzten Konzerte am Eck entschuldigt.
(Nein. Scherz. Irgendwo hört der Spaß auf.)
Doch weder Provokation noch Widerstand, weder schlechte Manieren noch unsere konsequente Weigerung, endlich ein vernünftiger Verein zu werden, konnten das Unvermeidliche verhindern.
Deshalb müssen wir der Stadt Koblenz heute schweren Herzens mitteilen:
LATSCHO KOBLENZ E.V. IST FÜR WEITERE FÜNF JAHRE ALS GEMEINNÜTZIG ANERKANNT.
Ja. Das Finanzamt hat uns durchschaut – und trotzdem durchgewunken.
Damit ist amtlich bestätigt, was einige in dieser Stadt vermutlich lieber als vorübergehende Störung betrachtet hätten:
Wir bleiben.
Weitere fünf Jahre Subkultur.
Weitere fünf Jahre unbequeme Ideen.
Weitere fünf Jahre Menschen, die nicht ins Hochglanz-Stadtmarketing passen.
Weitere fünf Jahre Punk neben Touris, Nieten neben Rheinromantik und Krach zwischen Deutschem Eck und Verwaltungsapparat.
Unser aufrichtiges Beileid an alle, die gehofft hatten, das Problem würde sich irgendwann von selbst erledigen:
Tut es nicht.
Bis mindestens 2031 gibt’s jetzt sogar mit amtlichem Segen auf die Fresse fürs kulturelle Einerlei.
Gemeinnützig.
Mit Bescheid.
Kuss aufs Finanzamt. 🖤
